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Prostatakrebs
Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Prostata, eines Teils der männlichen Geschlechtsorgane. Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt im Inneren des Körpers und ist eine Drüse, die unter anderem für die Produktion eines Sekrets verantwortlich ist. Diese von der Prostata hergestellte Flüssigkeit verflüssigt den Samen und bestimmte Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf Beweglichkeit der Spermien aus.

Da die Prostata die Harnröhre umgibt, können Symptome wie Probleme oder Störungen bei der Blasenentleerung entstehen, wenn sich ein bösartiger Tumor in der Prostata bildet. Weitere Anzeichen können unter anderem Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit, Schmerzen oder Blutarmut sein.

Diagnose Prostatakrebs

Die Diagnosemöglichkeiten von Prostatakrebs sind vielfältig. Grundsätzlich gehören schon die Vorsorgeuntersuchungen dazu. Die digital-rektale Untersuchung ist eine körperliche Untersuchung, bei der die Prostata abgetastet wird. Veränderungen oder Vergrößerungen können auf eine Erkrankung hindeuten. Wenn diese tastbar sind, kann sich die Erkrankung allerdings bereits in fortgeschrittenerem Stadium befinden.

Durch die Ermittlung des PSA-Wertes, des Prostata-spezifischen Antigens, können weitere Hinweise zur Diagnose von Prostatakrebs gewonnen werden. Der PSA-Wert ist bei Erkrankungen der Prostata meist erhöht. Eine Biopsie kann die Diagnose Prostatakrebs absichern. Bei diagnostiziertem Prostatakrebs werden zur weiteren Untersuchung oft CT, MRT oder Ultraschall angewendet.

Die Nachsorge nach einer erfolgten Therapie von Prostatakrebs ist immens wichtig. Diese dient nicht nur der Früherkennung eines möglichen Rückfalls, sondern auch der Verminderung eventueller Nebenwirkungen oder Folgen der Therapie. Durch eine Rehabilitation kann der gesundheitliche Zustand verbessert werden. Die zu ergreifenden Maßnahmen werden auf den jeweiligen Patienten abgestimmt. Zur Verbesserung der Früherkennung von Prostatakrebs finden weiterhin Forschungen statt. Die Bestimmung des PSA-Wertes zur Diagnose von Prostatakrebs ist beispielsweise in ihrem Nutzen umstritten – nun gibt es eine neue Untersuchungsmethode. Diese ermittelt den Wert des Prostate Cancer Gene, wodurch ebenfalls Rückschlüsse auf eine Erkrankung der Prostata gezogen werden können.

Prostatakrebs Therapie

Die Therapie von Prostatakrebs wird zumeist individuell an den jeweiligen Fall angepasst. Unterschiedliche Therapien haben beispielsweise je nach Stadium des Prostatakarzinoms, gesundheitlichem Zustand und Lebenserwartung des Betroffenen verschiedene Vor- oder Nachteile.

Bei lokal begrenztem Tumor kann es sich unter Umständen anbieten, die Erkrankung engmaschig zu überwachen und erst im Falle des Voranschreitens einzugreifen. Bei der operativen Therapie wird die Prostata komplett entfernt. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit der Bestrahlung. Bei der Hormontherapie wird dem Tumor das zum Wachstum benötigte Testosteron entzogen.

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs wird medizinisch als Prostatakarzinom bezeichnet und beschreibt einen bösartigen Tumor des Drüsengewebes der Prostata (Vorsteherdrüse). Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und führt nach Lungen- und Darmkrebs am dritthäufigsten zum Tode. Dabei sind, wie bei vielen Krebsarten, die Heilungschancen gut, wenn der Prostatakrebs frühzeitig diagnostiziert und mit einer Therapie begonnen wird.

Die Prostata (Vorsteherdrüse)

Die Prostata oder Vorsteherdrüse gehört zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen. Es handelt sich um eine etwa walnussgroße Drüse, die unterhalb des Blasenausgangs die Harnröhre umschließt. In ihr kreuzen sich Harn- und Samenwege. Durch die Lage der Prostata vor dem Mastdarm ist sie rektalen Tastuntersuchungen zugänglich. Die Funktion der Prostata liegt u. a. in der Produktion einer Flüssigkeit, die dem Transport und der Aktivierung der Samen beim Samenerguss dient und zusammen mit dem Samen das Ejakulat bildet. Von der Drüse wird u. a. eine spezielle Substanz, PSA (Prostata-spezifisches Antigen) genannt, zur Verflüssigung der Samen ausgeschüttet. Die Prostata kann in verschiedene Zonen eingeteilt werden, wobei für die Krebsdiagnostizierung die Unterscheidung in eine äußere (periphere) und innere (zentrale) Zone wichtig ist. Prostatakarzinome entstehen am häufigsten in der peripheren Zone.

Häufigkeit von Prostatakrebs

Rund 22 % der jährlich neu diagnostizierten Krebsfälle bei Männern sind Prostatakrebs. Dies entspricht einer Inzidenz (Zahl der jährlichen Neuerkrankungen) von fast 100 auf 100.000 Männer in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesamtzahl der jährlich diagnostizierten Neuerkrankungen liegt bei mehr als 40.000 Fällen. In den letzten Jahrzehnten wurde eine deutliche Zunahme von Prostatakrebserkrankungen verzeichnet. Es wird jedoch angenommen, dass diese Zunahme nur vermeintlich ist, da die Lebenserwartung allgemein gestiegen ist und die diagnostischen Verfahren verbessert wurden. Man geht also nicht von einer Erhöhung der Zahl der Neuerkrankungen mit Prostatakrebs aus, sondern einfach von einer vermehrten Diagnostizierung der Entstehung von einem Prostatakarzinom.

Die Gesamtzahl der Todesfälle infolge von Prostatakrebs beträgt in Deutschland jährlich etwa 11.000. Bei Männern unter 40 tritt ein Prostatakarzinom so gut wie nie auf, der Prostatakrebs ist eine Erkrankung des höheren Alters. Das mittlere Alter bei der Diagnose von Prostatakrebs beträgt 71 Jahre.

Symptome

In frühen Stadien, in denen der Prostatakrebs gut zu behandeln ist, verursacht ein Prostatakarzinom in der Regel keinerlei Symptome. Die Betroffenen bemerken ihre Erkrankung an Prostatakrebs somit nicht. Eine frühzeitige Entdeckung eines Prostatakarzinoms ist somit nur im Rahmen von regelmäßig durchgeführten Früherkennungsuntersuchungen möglich. Auch die in späteren Stadien auftretenden Beschwerden sind oft wenig charakteristisch:

  • Blasenentleerungsstörungen
  • Rückenschmerzen
  • Knochenschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Blutarmut
  • Blut im Urin oder im Ejakulat

Zudem können bei Prostatakrebs Beschwerden auftreten, die denen einer gutartigen Prostatavergrößerung sehr ähnlich sind:

  • schwacher Harnstrahl
  • häufiger Harndrang
  • Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen
  • unterbrochener Harnstrahl
  • Schwierigkeiten, mit dem Wasserlassen zu beginnen

Lydia Köper

03. September 2014
Wenn Arztpraxen viele sogenannte PSA-Tests zum Prostatakrebs-Screening durchführen, häufen sich die Krebsdiagnosen. Die Rate der Prostatakrebs-Todesfälle unterscheidet sich jedoch nicht von der bei Praxen, die nur wenige PSA-Tests vornehmen.
  
27. August 2014
Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum untersuchten bei Prostatakrebs simultan die genetische und epigenetische Entwicklung der Tumoren. Dazu analysierten sie in einem parallelen Ansatz das Erbgut und die DNA-Methylierung verschiedener Gewebeproben eines Tumors und seiner Metastasen.
  
18. August 2014
Das Risiko an Prostatakrebs zu sterben, kann durch eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr nachweislich verringert werden. Ein regelmäßiges PSA-Screening senkt laut einer aktuellen europäischen Studie langfristig die Zahl der Todesfälle.
  
30. Juli 2014
Qualitätsmanagement in der Behandlung, weitere Forschungsanstrengungen und eine Art runder Tisch, an dem Verantwortliche aus Politik und Gesundheitswesen zusammenkommen: Im BPS-Magazin formuliert der Vorsitzende Günter Feick die Ziele und Wünsche des Verbands für dieses Jahr.
  
10. Juli 2014
Etwa 70.000 Männer in Deutschland werden im Jahr 2014 die Diagnose Prostatakrebs erhalten – rund 2.400 mehr als noch 2013. Mehrfach berichtete Befund Krebs bereits über die PREFERE-Studie, mit deren Hilfe die Frage nach der individuell besten Therapie beantwortet werden soll.