Was ist Prostatakrebs?
Prostatakrebs wird medizinisch als Prostatakarzinom bezeichnet und beschreibt einen bösartigen Tumor des Drüsengewebes der Prostata (Vorsteherdrüse). Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und führt nach Lungen- und Darmkrebs am dritthäufigsten zum Tode. Dabei sind, wie bei vielen Krebsarten, die Heilungschancen gut, wenn der Prostatakrebs frühzeitig diagnostiziert und mit einer Therapie begonnen wird.
Die Prostata (Vorsteherdrüse)
Die Prostata oder Vorsteherdrüse gehört zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen. Es handelt sich um eine etwa walnussgroße Drüse, die unterhalb des Blasenausgangs die Harnröhre umschließt. In ihr kreuzen sich Harn- und Samenwege. Durch die Lage der Prostata vorm Mastdarm ist sie rektalen Tastuntersuchungen zugänglich. Die Funktion der Prostata liegt u. a. in der Produktion einer Flüssigkeit, die dem Transport und der Aktivierung der Samen beim Samenerguss dient und zusammen mit dem Samen das Ejakulat bildet. Von der Drüse wird u. a. eine spezielle Substanz, PSA (Prostata-spezifisches Antigen) genannt, zur Verflüssigung der Samen ausgeschüttet. Die Prostata kann in verschiedene Zonen eingeteilt werden, wobei für die Krebsdiagnostizierung die Unterscheidung in eine äußere (periphere) und innere (zentrale) Zone wichtig ist. Prostatakarzinome entstehen am häufigsten in der peripheren Zone.
Häufigkeit von Prostatakrebs
Rund 22 % der jährlich neu diagnostizierten Krebsfälle bei Männern sind Prostatakrebs. Dies entspricht einer Inzidenz (Zahl der jährlichen Neuerkrankungen) von fast 100 auf 100.000 Männer in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesamtzahl der jährlich diagnostizierten Neuerkrankungen liegt bei mehr als 40.000 Fällen. In den letzten Jahrzehnten wurde eine deutliche Zunahme von Prostatakrebserkrankungen verzeichnet. Es wird jedoch angenommen, dass diese Zunahme nur vermeintlich ist, da die Lebenserwartung allgemein gestiegen ist und die diagnostischen Verfahren verbessert wurden. Man geht also nicht von einer Erhöhung der Zahl der Neuerkrankungen mit Prostatakrebs aus, sondern einfach von einer vermehrten Diagnostizierung der Entstehung von einem Prostatakarzinom.
Die Gesamtzahl der Todesfälle infolge von Prostatakrebs beträgt in Deutschland jährlich etwa 11.000. Bei Männern unter 40 tritt ein Prostatakarzinom so gut wie nie auf, der Prostatakrebs ist eine Erkrankung des höheren Alters. Das mittlere Alter bei der Diagnose von Prostatakrebs beträgt 71 Jahre.
Symptome
In frühen Stadien, in denen der Prostatakrebs gut zu behandeln ist, verursacht ein Prostatakarzinom in der Regel keinerlei Symptome. Die Betroffenen bemerken ihre Erkrankung an Prostatakrebs somit nicht. Eine frühzeitige Entdeckung eines Prostatakarzinoms ist somit nur im Rahmen von regelmäßig durchgeführten Früherkennungsuntersuchungen möglich. Auch die in späteren Stadien auftretenden Beschwerden sind oft wenig charakteristisch:
- Blasenentleerungsstörungen
- Rückenschmerzen
- Knochenschmerzen
- Gewichtsverlust
- Blutarmut
- Blut im Urin oder im Ejakulat
Zudem können bei Prostatakrebs Beschwerden auftreten, die denen einer gutartigen Prostatavergrößerung sehr ähnlich sind:
- schwacher Harnstrahl
- häufiger Harndrang
- Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen
- unterbrochener Harnstrahl
- Schwierigkeiten, mit dem Wasserlassen zu beginnen
Lydia Köper